Wie der Pygmalion-Effekt auf Erwartungen an Teams einwirkt


Der Pygmalion-Effekt ist ein psychologisches Phänomen, das besagt, dass die Erwartungen, die eine Person an eine andere hat, die Leistung und das Verhalten der anderen Person beeinflussen können. In der Führungskräfteentwicklung ist der Pygmalion-Effekt von besonderer Bedeutung, da er Auswirkungen auf die Motivation und Leistung von Mitarbeitern haben kann.

Der Pygmalion-Effekt wurde erstmals von Robert Rosenthal und Lenore Jacobson in den 1960er Jahren untersucht. In einem Experiment erhielten Lehrer Informationen darüber, dass einige Schüler aufgrund eines Tests als “späte Blüher” bezeichnet wurden und daher ein höheres Potenzial hatten als andere Schüler. In Wirklichkeit waren die Schüler jedoch zufällig ausgewählt worden und es gab keinen Unterschied in ihrem tatsächlichen Potenzial. Die Lehrer waren jedoch der Meinung, dass diese Schüler mehr Potenzial hatten, und behandelten sie entsprechend. Das Ergebnis war, dass diese Schüler tatsächlich eine höhere Leistung zeigten als andere Schüler, die als durchschnittlich oder schwach eingestuft wurden.

Diese Studie zeigt, dass die Erwartungen, die eine Person an eine andere hat, ihre Leistung beeinflussen können. Dies gilt auch in der Arbeitswelt, wo Führungskräfte oft Erwartungen an ihre Mitarbeiter haben. Wenn Führungskräfte davon ausgehen, dass ihre Mitarbeiter erfolgreich sein werden, kann dies dazu beitragen, dass die Mitarbeiter tatsächlich erfolgreich sind.

Ein Beispiel dafür, wie der Pygmalion-Effekt in der Arbeitswelt funktioniert, könnte folgendermaßen aussehen: Ein Mitarbeiter, der gerade erst eingestellt wurde, erhält von seinem Vorgesetzten die Erwartung, dass er ein wichtiger Bestandteil des Teams ist und in der Lage sein wird, wichtige Beiträge zum Erfolg des Unternehmens zu leisten. Der Mitarbeiter fühlt sich motiviert und beginnt hart zu arbeiten, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Durch diese positive Bestätigung erhält der Mitarbeiter das Gefühl, dass seine Arbeit wertvoll ist und dass seine Fähigkeiten und Beiträge geschätzt werden. Dies führt zu einem höheren Engagement und einer höheren Motivation, was letztendlich zu einer höheren Leistung führen kann.

Auf der anderen Seite kann der Pygmalion-Effekt auch negativ wirken. Wenn eine Führungskraft davon ausgeht, dass ein Mitarbeiter nicht in der Lage ist, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, kann dies dazu führen, dass der Mitarbeiter sich demotiviert und unterbewertet fühlt. Diese negative Bestätigung kann dazu führen, dass der Mitarbeiter seine Leistungsfähigkeit selbst in Frage stellt und möglicherweise sogar das Handtuch wirft.

Es ist daher wichtig, dass Führungskräfte sich bewusst sind, wie ihre Erwartungen die Leistung und Motivation ihrer Mitarbeiter beeinflussen können. Sie sollten versuchen, positive Erwartungen zu haben und diese klar und offen zu kommunizieren. Die Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass sie geschätzt und wertgeschätzt werden und dass ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet.

Um den Pygmalion-Effekt in der Führungskräfteentwicklung zu nutzen, können Führungskräfte einige Schritte unternehmen. Hier sind einige Vorschläge:

  1. Setzen Sie klare und realistische Ziele: Führungskräfte sollten klare und realistische Ziele setzen und sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter weiß, was von ihm erwartet wird. Die Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet.
  2. Geben Sie regelmäßiges Feedback: Führungskräfte sollten regelmäßiges Feedback geben und dabei auf die Stärken und Erfolge der Mitarbeiter eingehen. Auch Fehler sollten konstruktiv besprochen werden, um Lernprozesse anzuregen.
  3. Vertrauen Sie den Mitarbeitern: Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern vertrauen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Arbeit zu erledigen. Durch dieses Vertrauen können Mitarbeiter selbstbewusster arbeiten und ihr Potenzial voll ausschöpfen.
  4. Ermutigen Sie Mitarbeiter, sich weiterzuentwickeln: Führungskräfte sollten Mitarbeiter ermutigen, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern. Schulungen und Weiterbildungen können dabei helfen, dass die Mitarbeiter wachsen und sich verbessern.
  5. Bieten Sie Anerkennung und Wertschätzung: Führungskräfte sollten Mitarbeiter für ihre Arbeit anerkennen und wertschätzen. Eine einfache Anerkennung oder ein Dankeschön kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter sich geschätzt fühlen und sich weiterhin engagieren.

Durch diese Schritte können Führungskräfte den Pygmalion-Effekt positiv nutzen und die Leistung und Motivation ihrer Mitarbeiter steigern. Es ist wichtig zu beachten, dass der Pygmalion-Effekt nicht sofort eintritt und dass es Zeit braucht, um Veränderungen in der Leistung und Motivation von Mitarbeitern zu sehen. Doch durch konsequente Anwendung dieser Schritte können Führungskräfte ihre Mitarbeiter erfolgreich motivieren und fördern.

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